Das linkshändige Kind – mögliche Folgen der Umerziehung

Pseudorechtshänder

Ganz anders sieht es bei einem linkshändig veranlagten Kind aus. Dieses Kind wächst in einer auf Rechtshändigkeit eingestellten Umgebung auf. Selbst wenn der Linkshänder eine für ihn vorteilhafte Erziehung der linken Hand erfährt, gerät er dennoch, meistens unbewusst (!), mit der rechtshändigen Welt in Konflikt. Bereits von früher Kindheit an muss er sich mit den Einflüssen der Rechtshändigkeit auseinandersetzen, seien es das Grüßen mit der Hand, das Aufziehen der Armbanduhr, der Umgang mit Scheren und Messern, deren schneidende Klinge auf der „falschen“ Seite liegen, Knöpfe sämtlicher Geräte, Spielsachen, Musikinstrumente und vieles mehr. Überall muss er seine rechte Hand aktivieren, die weniger geschickt veranlagt ist. Dieses Aktivieren der rechten Hand führt schließlich dazu, dass die linke Hand nicht optimal gefördert, die rechte Hand dagegen überbeansprucht wird. Das kann auch bei einem nicht (direkt) umgeschulten Linkshänder zu empfindlichen Störungen zwischen den beiden Hemisphären im Gehirn führen und eine problemlose Sprachentwicklung gefährden.

Der entwicklungskritische Zeitpunkt bereits in der frühen Kindheit führt dazu, dass sich manche Linkshänder schon früh an die rechtshändige Umwelt anpassen. Er begünstigt in hohem Maße die Entwicklung zum Pseudorechtshänder.