Die visuelle Wahrnehmung des Linkshänders

Alles spiegelverkehrt

Schon im alltäglichen Leben, beim Ausführen unterschiedlicher Tätigkeiten, fallen uns die Unterschiede zwischen dem Rechts- und dem Linkshänder ins Auge. Da der Linkshänder über eine weitaus bessere Koordination der linken als der rechten Hand verfügt, benutzt er seine geschicktere Hand entsprechend intensiver und führt mit ihr die schwierigeren Handlungen aus.

Die funktionellen Unterschiede sind aber nicht nur auf die Hände beschränkt, sondern beziehen sich auf den gesamten Organismus des Menschen. Mit der Händigkeit ist in den meisten Fällen eine entsprechende Seitigkeit gekoppelt. Sie zeigt sich bei einem Linkshänder im bevorzugten Gebrauch nicht nur der linken Hand, sondern aller linksseitigen paarig angelegten Organe und Extremitäten wie des linken Beines, Ohres und Auges.

Somit gibt es auch in der visuellen Wahrnehmung in der Regel auch bedeutende Unterschiede zwischen den Rechts- und den Linkshändern, zum einen aufgrund der Bevorzugung eines bestimmten Auges, zum anderen wegen der über Kreuz geschehenden Verarbeitung im Gehirn.

Der Rechtshänder nimmt seine Umgebung gewöhnlich von links nach rechts wahr (sofern er auch zu den sogenannten „Rechtsäugern“ zählt), der Linkshänder in der Regel genau umgekehrt. Während der erstere beim Betrachten eines Bildes zuerst die linke Hälfte in Erscheinung nimmt und sich allmählich der rechten Seite annähert, verläuft die Wahrnehmungsrichtung bei einem Linkshänder entsprechend spiegelbildlich.